MMM | Luminen mal anders Oder: Strickjackenliebe im Herbst

28. Oktober 2015
Ich kann's kaum glauben, aber es ist tatsächlich schon über zwei Jahre her, dass ich diese wunderbar alltagstaugliche Strickjacke fertiggestellt habe (alle Details via Ravelry).

Und immernoch trage ich sie liebend gern und oft.
In der Tat glaube ich, dass Luminen und meine Braid Hills Jacke die am meisten getragene Strickjacke im Schrank darstellt.
So auch heute am Me Made Mittwoch.
MMM - Luminen @frauvau.blogspot.de
Da ich das Schätzchen hier im Blog noch nie vorgestellt habe, kann ich das hiermit auch gleich nachholen.

Bei Luminen gefielen mir die abgerundeten Ecken am Saum, das schicke Zopfmuster und die Ärmelform. Nicht jedoch die Wollstärke (zu dick), der Verschluss (der fast nicht vorhandene...) oder die Kapuze (zu sperrig unter Jacken, und ich bin nicht so wirklich der Hoodie-Typ)

Was liegt da näher, als die "gefallenden" Teile an ein anderes Projekt anzutackern?!
Genau!
Das Strickmuster für diese Jacke ist somit ein Frontalzusammenstoß aus Luminen und einem klassischen Top-Down-Raglan, den ich mit dem Strickrechner ausgerechnet habe.
MMM - Luminen @frauvau.blogspot.de
An den Ärmeln habe ich im unteren Teil so "Pi mal Daumen" Maschen zu- statt abgenommen, und erst in der letzten Reihe vor dem Bündchen wieder auf Normalmaß zusammengestrickt.
Vielleicht nicht perfekt oder elegant, aber es hatte genau den Effekt, den ich haben wollte: Schmale Ärmel mit "puffigem" Abschluss.
Mission accomplished!
MMM - Luminen @frauvau.blogspot.de
Leider gestaltete sich das mit dem Anpassen der Zopfblende als nicht ganz so einfach wie gedacht, aber nach gefühlten hunderten Mal auf- und zurückribbeln hatte ich die verkürzten Reihen wirklich so angepasst, dass sie unten am Saum und sogar oben am Kragen "ums Eck" korrekt verliefen.

In der hinteren Mitte wo beide Seiten zusammenlaufen (unten rechts auf dem oberen Bild noch zu sehen) ist der Stoß zwar nicht so schön wie ich es gerne gehabt hätte, aber hey - im Tragen guckt mir wohl kaum jemand so genau auf den Nacken, und ihr seid jetzt einfach zum Stillschweigen über diese Verfehlung stricktechnischer Art verpflichtet.
MMM - Luminen @frauvau.blogspot.de
Ehrlich: So ein kleines bisschen stolz war ich damals trotzdem auf meine Anpassungsleistung mit den verkürzten Reihen und den Zöpfen und andere MaPro und überhaupt...

Da meine Jacke mit komplett geschlossen werden sollte, musste ich irgendwo Knopflöcher einbauen.
Auf den Bildern kann man's sehen: Die liegen genau in der Mitte der Zopfblende.
Wenn die Jacke offen ist, sieht man sie fast nicht (yay!), und im geschlossenen Zustand ist das auch eine einigermaßen saubere Sache.
MMM - Luminen @frauvau.blogspot.de
Nachteil ist, dass die Zopfleiste durch eben diese mittige Platzierung der Knopflöcher am Rand dazu neigt, ein bisschen hochzuklappen. Allerdings ist das nur im Sitzen der Fall, und damit kann ich leben.
SO perfektionistisch bin ich dann doch nicht...
MMM - Luminen @frauvau.blogspot.de
Garn: Wollmeise Pure in der herrlichen, unfotografierbaren Farbe Mont Blanc. Je nach Umgebungslicht schimmert diese Farbe immer ein bisschen anders, von silbern über stahlgrau bis graublau.
Auf den Fotos heute ist es leider nur ein graues grau geworden, denn das Licht heute war schlecht bis nicht vorhanden. 
Drisseliger Herbst halt. Strickjackenwetter!

Und weil es jetzt schon so spät ist, kuschele ich mich noch ein bisschen auf die Couch und dreh' mal eine kleine Blogrunde bei den anderen Nähdamen des MeMadeMittwoch, wo heute Frau Crafteln in einem Wickelkleid die Vorturnerin für die versammelten Nähnerds gibt.
Zur Linkliste geht's [HIER ENTLANG, bitte!]

Von mir gibt's jetzt noch ein letztes Bild des göttlichen Zopfmusters, das ich immernoch extremst liebe und eine dicke Entschuldigung, dass ich schon wieder nicht beNÄHT, sondern beSTRICKT zum MMM erscheine.
Aber so ist das im Leben: Einer tanzt halt immer aus der Reihe...
http://memademittwoch.blogspot.de/2015/10/me-made-mittwoch-am-28-oktober-2015.html
Macht es hübsch!

"Mimimimi!" oder: Wie Sie sehen, sehen Sie Nichts.

15. Oktober 2015
So sieht's aus.

Nicht, dass ich "Nichts" gemacht hätte.
Dochdoch.
Einen halben Pulli aufgetrennt und als Jacke bis zu den Ärmellöchern wieder hochgestrickt.
Festgestellt, dass mir das alles doch irgendwie nicht gefällt, die Wolle (DK) mir zu sperrig und dick ist, das Muster mir auch nicht mehr so wirklich gefällt und überhaupt...: Wieder aufgetrennt.
Wolle weggelegt.
Inspirations- und Motivationslos nach neuer Strick-Inspiration gesucht. Natürlich erfolglos, denn wenn die Motivation fehlt, wo will dann die Inspiration zuschlagen?!
Mimimimi!

Aster genäht.
Als Probemodell erstmal.
Die Leidensgeschichte dazu gibt es, wenn ich die (an sich wirklich sehr schöne Bluse) dann nochmal richtig genäht habe.
Merke: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
Überall wird darauf hingewiesen, dass die Colette-Schnitte für C-Cups ausgelegt sind. Natürlich habe ich mich trotzdem in die Nesseln gesetzt und bin (trotz zwischenzeitlich erfolgter SBA) noch nicht zufrieden mit meinem Ergebnis. Der Abnäher sitzt nicht da, wo er hin soll und überhaupt muss ich hier und da nochmal drüber.
So ein bisschen "Mimimimi" werde ich dann mit der Zeit schon. Zugegeben.

Das "Mimimimi" schreibe ich allerdings unter vielen anderen Kleinigkeiten auch der Erkältung zu, die ich seit Wochen pflege.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich pflege nicht mich, sondern die Erkältung. Der scheint das zu gefallen, und so bleibt sie mir hartnäckig erhalten. Und wenn ich krank bin, werde ich knatschig. Mimimimi eben...

Der große Mitbewohner glänzt ab diesem Wochenende wieder mit Abwesenheit, was für mich leider die Teilnahme an der AnNäherung Süd unmöglich macht.
Schade.
Ich hatte mich gefreut, ein paar MMM und Nähblogger-Damen mal persönlich kennenzulernen. Und dann auch noch fast vor meiner Haustüre!
Hach.
Mimimimi, und zwar ganz groß, dick und doppelt unterstrichen.

Die Wehwehchen des kurzen Mitbewohners, größere und kleinere Wehwehchen im Job, Riesenärger mit der Technik, die diversen "Mimimimis" des ganz normalen Alltagswahnsinns tragen auch nicht gerade zur Anhebung meiner Motivation bei.

Klar - der Job geht vor, eine Erkältung ist kein Beinbruch, Motivationslöcher hat jeder mal und ein (oder drei) verhunzte Nessel sind nun wahrlich keine Kathastrophe epischen Ausmaßes.
Da sind wir uns einig, und ich jammere zugegebenermaßen auf hohem Niveau.
Im Normalfall wäre das auch alles nicht so dramatisch, aber es ist augenblicklich die Summe der Kleinigkeiten, die mich so'n bisschen anfrisst.

Ehrlich gesagt habe ich lange überlegt, ob ich für mein persönliches "Mimimimi" überhaupt einen Blogpost brauche.
Ja, brauche ich.
Weil auch das dazugehört.
Nicht immer kann man fröhlich vor sich hinnähen oder -stricken.
Manchmal ist auch einfach Mimimimi und "Nichts" angesagt.

In diesem Sinne:
Mimimimi!