WJSAL 2015 | Finaaale! oder: "Inge, da hängt ein Faden!" (Burda 12/2011, Modell 101)

29. November 2015
Dank des Winterjacken-Sew-Alongs des MeMadeMittwoch-Teams konnte ich wieder ein Teil auf meiner Winter-Nähliste abhaken: Den Wintermantel.
WJSAL: Burda 12/2011 Modell 101 Mantel ohne Rüschüschü @frauvau.blogspot.de
Da ich ja die Zwischenstände dezent ignoriert habe weiß ich leider nicht, ob ich zum Finale überhaupt mitmachen darf. Ist das regelkonform???

Das Schwänzen hatte allerdings verschiedene Gründe, allem voran weigerte sich mein gewählter Schnitt permanent, von mir ausgedruckt zu werden.
Hinweis: Schnittvision läuft wirklich nicht auf 64-Bit-Systemen, und auch das Workaround mit dem XP-Modus funktionierte bei mir nicht (Win 8.1). Im Kompatibilitätsmodus war auch kein Blumentopf zu gewinnen, und so blieb mir nur, über meinen alten Laptop zu arbeiten. Auch hier gab es Startprobleme, aber am Ende konnte ich den Mantel als hgl-Datei sichern.
Da 32-Bit-Systeme am Aussterben sind, wäre imho eine Nachbesserung des Programms nötig. 

Immerhin kann man die Schnitte zwischenzeitlich auch fertig geplottet oder als pdf einzeln bestellen - das wäre im Nachhinein wohl die schnellere und schlauere Lösung gewesen. Doch das nur am Rande.

Mein Frustrationspegel war so hoch, dass ich den Sew-Along bis vor drei Wochen eigentlich schon abgeschrieben hatte. Dann habe ich mich doch noch aufgerafft, den Schnittvision-Schnitt für diesmal verworfen und mich auf Modell 101 aus der Burda 12/2011 eingeschossen.
Natürlich musste ich dafür neuen Futterstoff bestellen.
Statt des vorhandenen, quietschgrünem Futters musste etwas mit viel mehr Stand her.

Gelandet bin ich bei türkisfarbenem Steppfutter. Nicht zu dick, nicht zu dünn, mit genügend Stand, um den Mantel auch ein bisschen in Form zu halten.
Wiederum: Zeitverlust. Der nächste Zwischenstand verstrich. 
WJSAL: Burda 12/2011 Modell 101 Mantel ohne Rüschüschü @frauvau.blogspot.de
Da der Wollflausch sehr weich fallend ist, habe ich den Mantel entgegen der Anleitung bis etwa 5 cm unterhalb der Armlöcher komplett mit Einlage (Konfektionsware von Folhoffer) bebügelt. Ich glaube, der wäre sonst im Schulterbereich eingebrochen und Schulterpolster waren keine Option.
Der Wollflausch hat das Bebügeln erstaunlich gut weggesteckt, ich war sehr angetan von der Qualität.

Außerdem gefällt mir der schlichte Ausschnitt ausnehmend gut.
Da ist viel Platz für Schals und Tücher, weil kein Kragen im Weg ist.
(Loop: schneiderherz, Stiefel: Tamaris)
WJSAL: Burda 12/2011 Mantel Modell 101 @frauvau.blogspot.de
Beim Nähen konnte ich nicht kaum über Probleme klagen. Es passten alle Schnitt-Teile gut aneinander und alles lief wunderbar, bis ich das Futter einsetzte.
Uah!
Das Futter war unten zu lang!
Da ich die Mehrlänge ja schlecht nach oben schieben konnte, habe ich die Überlänge kurzerhand abgeschnitten. Finde den Fehler im letzten Satz....

Genau!
Hinten mittig war das Futter nämlich jetzt plötzlich knapp anderthalb cm zu kurz  (WTF???).
Warum?
Ganz einfach: Bei der ersten Anprobe habe ich den Mantel Püppi nur übergehängt und unten die Mehrlänge am Futter angezeichnet.
Beim zweiten Mal (nach dem Abschneiden der Mehrlänge) hatte ich das Futter entlang der Rücken- und Seitennähte bereits an einigen Stellen per Hand angenäht, um ein Verrutschen zu verhindern und dem Außenstoff dadurch noch etwas mehr Stand zu geben.
Bedingt durch die Mantelform rutschte so das Futter leicht nach oben... Naaaaaaa? Ihr erkennt den Fehler?

Ich hätte heulen können.
Nachdem der Mantel aber schon so weit gediehen war, wollte ich ihn aber auch fertig machen. Neues Futter wäre eine Option gewesen, allerdings wollte ich nicht nochmal Stoff bestellen müssen und mal ehrlich: Es ist ja nicht so als würde jetzt jedem auf den ersten Blick auffallen, dass hinten, mittig, unten am Saum anderthalb cm Futter fehlen.
Wenn ihr es nicht verratet: ICH sicher nicht!
Das Futter ist zu kurz... Mäh!!!
Das Futter habe ich unten dann mit Schrägband eingefasst und mit Fadenstegen am (einfachen) Saum befestigt.
Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. 

Nun ist also das Innenleben meines Mantels nicht so schön wie es hätte sein können und sollen.
Kein Stück, bei dem Inge ein Sternchen vergeben würde.
Macht nichts.
Ich mag den Mantel trotzdem irgendwie.
"Den Sack, den unförmigen", wie ihn mein Mann nennt.

Nur gut, dass es noch genügend Jacken und Mäntel hier gibt, die ihm gefallen.
Für richtig kalt gibt's einen Parka, und für "etwas schicker" einen schmalen Mantel.
Die anderen Caban-, Stepp-/Daunen- und Lederjacken erwähne ich jetzt mal nicht.
Ja, ich habe ein Jacken- und Mantelproblem. hüstel

Meine minimalen Änderungen:
  • Längenanpassung auf Kurzgröße, wie immer bei Burda-Schniten.
  • Schulterrundung um gut 2 cm enger genäht.
    Im Nachhinein hätte ich wohl eine komplette Größe kleiner nähen können, denn der Mantel sitzt extrem weit - selbst mit dem dicken Futter. 
  • Ärmel verlängert auf Normalmaß - denn wer braucht schon im Winter 3/4 Ärmel?! 

Ulkig wiedermal:
Laut Maßtabelle hätte ich Größe 40(!) gebraucht. Nach dem Ausmessen des Schnittes habe ich mich für 38 entschieden. Würde ich "den Sack" nochmal nähen, würde ich sogar auf 36 runtergehen. Hätte auch gereicht.

Außerdem würde ich zusätzlich am Außenmantel die Nähte genauso absteppen wie am Futter.
Das gäbe erstens mehr Stand und zweitens würde es der "Rundheit" (oder Weichheit, nennt es wie ihr wollt) der Form etwas entgegensetzen. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich glaube, das würde mir eher entgegenkommen, das wäre mehr "ich".
Außerdem kommt bei dem schwarzen Stoff der Einsatz (das Lätzchen... höhö...) vorne nicht so wirklich raus. Steppnähte könnten da helfen.

Dazugelernt:
  • Futter erst messen und abschneiden, wenn's wirklich komplett so angetackert ist, wie es am Ende sein soll! 
  • Traue niemals einer Maßtabelle! Nichtmal einer, die seit -zig Jahren gleich ist. 
  • Mäntel werden überschätzt!
    Wenn mich dieses Mantelsackding nervt, schneide ich es knapp unterhalb der Taschen auf Jackenlänge ab. Ätsch. 
WJSAL: Burda 12/2011 Mantel Modell 101 @frauvau.blogspot.de
Gut gelungen finde ich übrigens die ganzen Ecken am Mantel und die Taschen.
Ja, ich muss mich da auch mal loben. Der Rest ist vielleicht verhunzt, aber Y-Nähte und Taschen machen mich nicht klein.
WJSAL: Burda 12/2011 Mantel Modell 101 @frauvau.blogspot.de
Alle Infos kurz zusammengefasst: 
Schnitt: Modell 101 aus Burda 12/2011
Wollflausch: Folhoffer, gut abgelagert (85 Wolle, 15 Kaschmir, 340g/lfm)
Gewebe-Fixiereinlage: dito Folhoffer. Konfektionsware, mittelschwer.
Futter: türkisfarbener Steppstoff von "das hüpfende Komma"
Paspel: Selbstgemacht aus roter Baumwolle (Patchworkstoff aus dem Bestand)
Knöpfe: schwarze Metall-Druckknöpfe (21 mm) aus dem lokalen Handel, drei an der Zahl. Ein vierter ist noch nicht ausgeschlossen.

Meine persönliche Inspirationsliste findet ihr [hier nochmal], und die anderen Finalistinnen mit ihren wunderschönen Winterjacken und -mänteln [hier in der Linkliste].
Da freue ich mich die nächsten Tage schon auf's Reinlesen, denn das Wochenende ist hier verplant für Deko, Weihnachtsmärkte und ähnlichen Firlefanz. Muss ja auch mal sein, gell?!

Euch allen ein erholsames Wochenende mit hoffentlich genügend Zeit für das, was euch wichtig ist! ♥

WKSA | Teil 2: Entscheidungen, Entscheidungen.

22. November 2015
Hier Teil 2 des Weihnachtskleid-Sew-Alongs des MMM mit den folgenden Themen:

- Stoff- und Schnittvorstellung
- Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch super dazu.
- Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
- Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
- Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.


Heute kann ich ganz schlicht und schnell berichten.

Mein Schnitt steht!
Es wird definitiv Modell 121 aus der Burda 8/2012, also wirklich die Nummer eins meiner Inspirationsliste vom letzten Sonntag.
WKSA @frauvau.blogspot.de: Instagram - Stoffe und Modellbild
Ich wollte ja Stoff aus dem (zugegeben ausufernden) Bestand nehmen, und da habe ich doch tatsächlich etwas in freundlichem Grau gefunden, was meiner Vorstellung schon sehr entgegenkommt.

Eigentlich dreimal Grau, wobei der Nadelstreifenstoff links eigentlich schon raus ist, nachdem ich mir die Schnitteile kopiert hatte: Ich habe dann doch keine Lust, SO viele Streifen passend zu machen, und es ist für "Verschnitt" einfach nicht genug Stoff da.
Mittig ein anthrazitgrauer Stoff mit leichtem Schimmer, rechts ein graues grau "mitohnealles".

Im Augenblick tendiere ich zur Mitte - vielleicht mit Kontrastfarbenen Steppnähten in silbergrau?

Zukaufen muss ich vermutlich noch einen Futterstoff, denn hier liegt nur noch quietschgrüner Futterstoff herum.
Vielleicht baue ich den aber auch eiskalt ein. Wer weiß. Sieht ja keiner. 

Der Schnitt ist kopiert, zugeschnitten habe ich allerdings noch nichts. SO schnell bin ich dann doch nicht.
WKSA @frauvau.blogspot.de: der Schnitt steht!
Dass ich den Schnitt rasant kürzen muss (von Lang- auf Kurzgröße), war ja klar.

Hier ging ich einfach davon aus, dass ich schlicht die doppelte Menge an Länge herauskürzen muss - blöderweise habe ich jetzt überall Ecken und Kanten, die nicht ganz "ohne" sind.
Weitere Anpassungen sind also nicht ausgeschlossen, und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich um einen Nessel herumkomme oder ob ich auf Risiko zuschneide und lieber am Modell noch was wegzwacke, um Rundungen evtl. zu korrigieren.

Und wer jetzt enttäuscht ist, weil es dieses Jahr so völlig ohne Drama abgeht: Ich hab' vorsichtshalber auch Tüll bestellt, falls mich der Wahnsinn doch noch reiten sollte. Aber Pssssssssst! Die Stimmen schweigen noch...

Die [Linkliste] mit allen Teilnehmern am WKSA wird sich noch weiter füllen, schaut also im Laufe der Woche unbedingt mal rein!

Ich freue mich schon zu sehen, wer nun bei seinem Plan bleibt und wen es nun doch noch zu etwas ganz anderem hingerissen hat.
Wunderbare Inspirationen gab es ja letzte Woche zu sehen, das steht fest. Die Entscheidung dürfte vielen sehr schwer gefallen sein.

Euch wünsche ich jetzt noch einen schönen Restsonntag - wir sehen lesen uns nächste Woche zu Teil 3!

WKSA | Teil 1: Rückblende und Inspiration

15. November 2015
Meine Güte, die Zeit fliegt und während ich noch schwerstens am Arbeiten für den Winterjacken-Sew-Along bin (ja, ich gedenke aufzuholen!), lauert doch schon wieder der nächste böse Termindruck, nämlich der jährliche Weihnachtskleid-Sew-Along des MeMadeMittwoch-Teams.

Themen für Teil 1
- Inspiration und Rückblicke auf die Weihnachtsoutfits 2014, 2013, 2012, 2011
- Perfekt, ich weiß genau was ich nähen will und es ist schon alles da. Schnitt, Stoff, Zubehör.
- Oh weh, ich habe noch keine Ahnung und verlasse mich mal auf die Inspiration der Anderen.
- Ich weiß genau welcher Schnitt, aber keine Ahnung was für ein Stoff passt.
- Stoff ist da, aber welchen Schnitt solch ich nur nehmen?


Da letztes Jahr mein erster WKSA war, gibt's nur einen Link zum letztjährigen und auch megamäßig verspäteten Weihnachtskleid: [Bitte hier entlang]

Perfekt organisiert war ich noch nie, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auf die letzen zwei Tage noch auf die Jagd nach "irgendwas" gehen muss, das jetzt gerade noch gebraucht wird und natürlich zähle ich auf die Inspiration der anderen - hey, vielleicht gibt's da ja was, was ich noch nicht kenne und jetzt un-pe-tinkt haben muss?!

Generell möchte ich es mir aber in diesem Jahr selber einfacher machen als letztes Mal, wo ich von meiner eigenen Schnittsuche schon erschlagen war.
Als dann noch die tollen Vorschläge der anderen Teilnehmer kamen, war's völlig aus - ich wusste gar nicht mehr, was ich eigentlich wollte.

Für 2015 lautet die Devise: Use what you have - oder kauf' wenigstens nur minimal zu!

Mein Weihnachtskleid 2015 soll :
  • sowohl zu "Anlässen" als auch im Alltag tragbar sein (ging prima letztes Jahr!).
  • nicht allzu kompliziert im Tragen sein (sprich: Keine Drapierungen, die eh nicht am Platz bleiben!).
  • eventuell sogar zweiteilig sein (aus separatem Oberteil und Rock holt man tragemäßig doch mehr raus, was meint ihr???).
  • aus winterlichem Stoff sein oder dann schon wieder so gnadenlos un-winterlich, dass es sowieso schon wieder egal ist.
  • lange Ärmel haben ODER mit Bluse drunter tragbar sein (das mache ich bei Etuikleidern gerne). 
Möglichkeit eins... Modell Nr. 121 aus der Burda 8/2012: Ein prima Shiftkleid mit 3/4 Ärmeln. Würde mir ganz gut gefallen, muss ich zugeben.
Leider gibt es das Modell nur als lange Größe, ich müsste also theoretisch die doppelte Menge an Länge rausnehmen als normal ohnehin schon.
Ob das dann die Proportionen unschön verschiebt?
Quelle: Burdastyle.de
Schön finde ich auf jeden Fall die Absteppungen und die eingelegten Falten am Halsausschnitt.
Alltags- und bürotauglichkeit unterstelle ich dem Schnitt jetzt mal auf den ersten Blick, und Material sollte dafür auch vorhanden sein.

Zu gerne hätte ich ja einen Tüllrock. Ähnlich, wie ihn z. B. Sandra [Rehgeschwister] auch schon genäht hat. In schwarz, vielleicht.
Alltagstauglichkeit: Null, vermutlich.
Ich bleibe ja sogar mit Strumpfhosen überall hängen - mit einem Tüllrock wäre ich vermutlich eine wandelnde Kathastrophe... aber mal ehrlich: Haaaaaaaaaaaaach.... *schwärm*
So tief drin bin ich dann doch 'n Mädchen.
Stoff: Nicht vorhanden, aber das kann man ja ändern (äh... die Vorsätze gehen den Bach runter, merkt man's?!)
Als Oberteil würde ich in dem Fall ein schlichtes Shirt haben wollen. Schwarzer Jersey wäre noch da, und an Schnitten für Basics mangelt es auch nicht. Burda und Ottobre hatten da schon einiges zu bieten in den letzten Jahren.

Burda 8/2011, Modell Nr. 119 wäre eventuell auch was...
Quelle: Burdastyle.de
Auch hier wäre Stoff (grau, nicht fleischwurstfarben!) vorhanden, die Fältchen am Halsausschnitt gefallen mir auch sehr gut, einzig die Ärmel(chen)... naja.
Es wäre halt nur mit Jacke drüber tragbar, und ob das so der Brüller ist?!

In meinem Burda-Archiv finden sich gefühlte hundert Etui-/Shiftkleider, und so steht auch ein Inge-Kleid im Raum:

Der Schnitt ist aus einem japanischen Buch, das ich [2006 schonmal ganz kurz vorgestellt habe], und aus dem bereits [dieser Pulli] und [diese Bluse] stammen.
Zwischenzeitlich gibt es das Buch sogar auf deutsch, u. a. beim großen Händler: Pattern Magic 1 - Phantasievolle Schnitte*

Der Übertrag dieser Design-Idee auf einen vorhandenen Schnitt sollte wie bei der Bluse machbar sein, als Grundlage könnte Modell Nr. 111 aus der Burda 1/2004 dienen [hier schonmal genäht und den Schnitt für gut befunden].
Wobei ich das Modell auch nochmal "pur" nähen könnte - das hat sich super getragen und war sehr oft im Einsatz. Ob die quadratischen Hingucker im Alltag mit einem Vierjährigen so toll sind, sei dahingestellt. Könnte sich auch als böse Falle und Einladung zum Rumzupfen erweisen.

Last but not least:
Das im letzten Jahr bereits auf der Liste gelandete Dodo-Kleid (Burda 10/2012, Modell 118A).
Quelle: Burdastyle.de
Stoff wäre in Form eines leicht stretchigen Wollstoffes (dunkelgrau) vorhanden, der Schnitt auch.
Ob das Kleid in Uni allerdings auch so gut aussieht?
Vielleicht doch einen anderen, melierten Stoff kaufen?
Ich bin mir nicht sicher. Auch, weil dieser Schnitt schon sehr körpernah sitzt und ich doch so ein paar Wohlstandspölsterchen an gewissen Stellen habe (die um Weihnachten herum sicher nicht kleiner werden).

Wie man sieht, ist die Auswahl stark eingeschränkt. Ich bleibe bei bewährten Burda-Schnitten, weil ich da einfach weiß, wo ich zwicken, zwacken oder zugeben muss.
Lust auf Experimente hätte ich zwar schon mal wieder, aber sicher nicht im Rahmen eines Sew-Alongs in einer Zeit, in der einfach für viele andere Dinge Platz sein muss.
 
Die einzelnen Termine und Themen kann man [hier] nochmal nachlesen, und die [Linkliste für den WKSA] wird sicher in den nächsten Tagen gut gefüllt.

Schaut doch immer mal rein, vielleicht springt euch ja auch noch was an, was ihr unbedingt nähen müsst!




Damit wünsche ich euch einen inspirierenden Sonntagabend und einen guten Wochenstart - hier gibt's schon die ersten Weihnachtsbasare, da wird mir schon ganz schwummerig... wo geht nur die Zeit hin?!

MMM | Aster.

11. November 2015
Darf ich vorstellen?
Aster.
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Erstmal als (tragbares) Probeteil.
Ich habe das Stickmodul meiner Bernina 830 ja mal ausgiebig testen wollen, und da kam mir Aster als "blank canvas" sehr gelegen.
Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden, muss ich sagen. Doch, ja!

Das ist auch mein Statement für die versammelte Nähgemeinde am heutigen Me Made Mittwoch. Ja, wir sind vielleicht alle ein bisschen verrückt... 
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Was den Schnitt anbelangt bin ich zwiegespalten. Große Liebe und leichtes genervt-sein waren hier einträchtig vereint, wie es schien.

Große Liebe bei den Ärmelschlitzen! ♥
Wer noch nie einen Kapellenschlitz genäht hat, der sollte sich den Schnitt schon alleine wegen der detaillierten (und wirklich idiotensicheren) Anleitung für den Kapellenschlitz am Ärmel holen. Ein Traum!
Sowas mag ich. Schöne Details gut erklärt.
(Links Version 2.0, rechts Version 1.0)
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
So gar nicht begeistert war ich vom Aufeinandertreffen Knopfleiste/Schrägbandversäuberung der Halskante im Original. Mäh.

Die Steppnähte am Halsausschnitt gefielen mir nicht, und diese angeschnittene Knopfleiste ließ die Absteppungen irgendwie unglücklich aussehen.  Entweder knappkantig oder dann konsequenterweise gar kein Absteppen. Im Nachhinein wäre mir sogar ein schmaler Beleg mit Understitching am liebsten gewesen.

Beides ist natürlich Geschmackssache und kein Manko der Anleitung oder des Schnittes. Lediglich meine ganz persönliche Präferenz für ein - hm - sagen wir mal "aufgeräumtes" Stichbild spielt hier rein.

Woher ich das weiß?
Na, weil das hier meine Version 1.0 der Bluse war.
Übrigens ein Totalausfall in allen Bereichen, auf meine Änderungen gehe ich gleich ein... 
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Ich denke, man sieht, wo's harpert.
Viel zu weit obenherum, viel zuviel Stoff an den ungünstigsten Stellen und... naja. Damit war ich noch nicht glücklich.
(Das Teil lag schon in der Tonne, Knitterfalten habe ich jetzt nicht mehr extra ausgebügelt... sorry! Die Stickerei auf dem Probeteil V1.0 wollte ich euch aber trotzdem nicht vorenthalten.)

Kurzerhand wurde die eigentlich angeschnittene Knopfleiste zu einem Extra-Schnitteil abgeschnitten und der V-Ausschnitt zu einem Rundhals-Ausschnitt umgemodelt.
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Die Schrägbandversäuberung lacht mich an dieser Bluse immernoch nicht wirklich an, aber ich kann damit leben.
Eine weitere Version müsste allerdings einen Beleg bekommen. Oder eine kontrastfarbene Schrägbandeinfassung, die von außen sichtbar ist. Das wäre auch eine nette Möglichkeit.

Große Liebe für den Allround-Look. ♥
Eine wirklich relaxte Bluse für jeden Tag. Und als Grundschnitt eigentlich sehr kombinier- und variierfreudig. Der Grundgedanke ist super und kommt bei mir persönlich auch richtig gut an.

Den gerundeten Saum mag ich sehr, finde ihn aber etwas einfacher zu nähen als angegeben, wenn man das schlicht sehr knappkantig macht.
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Einzig die Ärmel... herrje.
Ich nähe ja nun schon ein paar Jahre und bin auch nicht völlig ahnungslos, was Schnitterstellung oder -anpassung angeht, aber dass in der vorderen Armkugel fast doppelt soviel Einhalteweite wie in der hinteren ist, ist mir noch nicht untergekommen.

Ich habe verschiedene genähte Exemplare unter die Lupe genommen und nicht gesehen, dass da etwas gekräuselt wurde (wird auch in der Anleitung nicht gesagt). So habe ich also nach und nach den Schulterpunkt der Armkugel Stück für Stück nach hinten verschoben, also eigentlich von der Schulter weg.

Für ein wirklich ansprechendes Ergebnis hätte ich den Schnitt an der Ärmelkugel abkneifen müssen, aber auf weiterreichende Änderungen hatte ich schlicht und ergreifend keine Lust.
Der jetzt fast zwei cm (!) weiter hinten sitzende Schulterpunkt ist zwar kein Brüller, aber es hatte den gewünschten Effekt: Die Ärmel sitzen ordentlich im Armausschnitt.
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Große Liebe für eine saubere Innenseite! ♥
Die Rückenpasse wird ja im Original doppelt zugeschnitten und durch eine gut durchdachte Methode so genäht, dass innen weder Schulternähte noch die Naht der Rückenpasse zu sehen sind. Saubere Sache. Ich liebe sowas!

Leider auch hier ein winziges Manko: Wenn man - wie ich für V1.0 - festere Popeline benutzt, werden die entsprechenden Nahtstellen doch recht dick - auch, wenn man fleißig die Nahtzugaben zurückschneidet. 

In meiner Zweitversion habe ich mir das doppeln gespart und einfach französische Nähte verwendet.
Das ging ganz wunderbar und reicht meinem ästhetischen Empfinden nach völlig aus.
Gerade bei dünnerem Stoff ist so die Innenseite komplett ansehnlich verarbeitet, da kann man nicht meckern.

Ach, und das Wichtigste habe ich doch glatt unterschlagen: Die SBA.
2 saftige inches (also 5 cm) habe ich aus der Oberweite von Größe 8 entfernt. Bei V1.0 hatte ich nämlich komplett verpeilt, dass die Schnitte ja für einen C-Cup ausgelegt sind.
Döööööööööö... KANN ja nicht klappen!

"Mit ohne zuviel Stoff" obenrum, sieht das ganze dann schon viel, viel besser und manierlicher aus.
Me Made Mittwoch: Aster Blouse von Colette Patterns @frauvau.blogspot.de
Erstmal finde ich V2.0 der Aster Bluse durchaus tragbar.
Zur Perfektion müsste ich noch ein paar Änderungen machen, aber für meinen Alltag: Wunderbar.

Und hier in aller Kürze nochmal die wichtigsten Infos für euch:
Schnitt: Aster von Colette Patterns. SBA; Knopfleiste, Ausschnitt und Ärmel angepasst. Potential zum Lieblingsteil vorhanden!
Stickdatei: Alice in Wonderland aus der Candlelight Tales Serie von UrbanThreads. (Stickerei auf dem Probeteil auch von UT)
Stoff: Sandgewaschene schwarze Viskose aus unbekannter Quelle
Knöpfe: Von einem Herrenhemd, das irgendwann mal den Weg alles irdischen ging und bereitwillig seine Knöpfe spendete.

Weitere Versionen nicht ausgeschlossen. Vielleicht würde es der Bluse nicht schaden, wenn man sie noch ein paar cm verlängert.
Mal zum gedanklichen Vergleich: Ich bin knapp 1,60 groß und habe nicht gekürzt. Zwei bis drei Zentimeter mehr würden in der Länge aber nicht schaden, finde ich.

Damit verabschiede ich mich und freue mich schon darauf, heute Abend [die Linkliste] des MeMadeMittwochs abzugrasen. Heute übrigens mit Petra in ihrem tollen neuen Mantel als Vorturnerin für die [versammelte Nähgemeinschaft].

Euch schonmal viel Spaß beim Durcklicken - habt einen schönen Mittwoch!

DIY | Eine Tablet-Hülle aus SnapPap (und ich im Snaply-Magazin!)

3. November 2015
Wer mir auf Instagram folgt, hat schon den ein oder anderen kleinen Teaser gesehen, und seit heute ist sie online: Meine Tablet-Hülle aus SnapPap im Snaply-Magazin!

In der November-Ausgabe sind natürlich noch andere ganz tolle (weihnachtliche) Bastelanleitungen enthalten, aber ich freu' mich gerade wie Bolle, dass ich überhaupt dabei sein darf!
Frau Vau: DIY - Eine Tablet-Hülle aus SnapPap
Die komplette Anleitung zu dieser schnieken, aufklappbaren Tablett-Hülle gibt's im Snaply-Magazin, aber hier ein paar kleine Einblicke in die Entstehung:
Frau Vau: DIY -  Eine Tablet-Hülle aus SnapPap
Yeah!
Hammer und Meißel Schlagbuchstaben, Baby! 
Da will der "richtige Schlag" erstmal geübt sein, sonst hat man Ruck-Zuck ein Loch im (veganen) Leder...
Frau Vau: DIY -  Eine Tablet-Hülle aus SnapPap
So schaut's aus, wenn man gerade arbeiten will... und das Endergebnis dann trotzdem eine Berg- und Talbahn ist.
Frau Vau: DIY - Eine Tablet-Hülle aus SnapPap
Macht aber nichts, finde ich. Gerade die Buchstaben, die aus der Reihe tanzen, geben der Sache ja ihren Charme. Das ist "Handmade", Leute!

So sieht das übrigens aus, wenn bei mir eine Anleitung entsteht: Chaos pur. 
Aufgeräumt ist in so einem Fall nur der Bereich, in dem die Fotos entstehen. Und auch das nur "so lala"...
Frau Vau: DIY -  Eine Tablet-Hülle aus SnapPap
Hach, das Gefühl, wenn's am Schluss passt!
Unbezahlbar!
Frau Vau: DIY - Tablet-Hülle in Tablet-Hülle ;)
Und weil's vielleicht den ein oder anderen interessiert, hier meine Erfahrungen mit SnapPap in aller Kürze:
  • Das Arbeiten mit dem (für mich neuen) Material hat Spaß gemacht, muss ich zugeben. Ich war skeptisch, aber ich würde es durchaus wieder verwenden. 
  • Klar: Es ersetzt keinesfalls "echtes" Leder, aber wer auf vegane Produkte Wert legt, für den ist das in gewissen Bereichen eine echte Alternative. 
  • Die Haptik ist etwas anders als bei echtem Leder, und im direkten Vergleich ist vielleicht auch die typische Narbung von (robustem) Leder etwas markanter, aber optisch kann SnapPap locker mit feinem, wenig bis nicht genarbtem Leder mithalten. 
  • Mir kam das Material recht robust, zum Teil sogar etwas steif, vor. Für Aktentasche und Co. eine gute Wahl - so lange man sie nicht wenden muss. Allerdings ist das ja auch ein Vorteil von SnapPap: Es franst nicht aus und kann offenkantig verarbeitet werden. 
  • Und: Es ist nicht auf den Nähsektor beschränkt, man kann es auch wie Papier (oder eher Tonkarton) verarbeiten. Schöne Idee!
Und wem jetzt so eine aufklappbare Hülle vielleicht zu kompliziert ist, dem lege ich auch nochmal meine Tablet-Hülle aus Stoff ans Herz: [HIER ENTLANG, bitte!]
Frau Vau: DIY - Tablet-Hülle selbstgenäht!
Beides gibt ein schönes Weihnachtsgeschenk ab, wenn man daran jetzt schonmal denken mag.
Denn Weihnachten kommt ja immer so plötzlich, nicht wahr?!

MIR hat das kleine DIY für die Tablet-Hülle wirklich Spaß gemacht, und ich hoffe, EUCH auch! 

Herzlichen Dank an Snaply.de, von wo mir das Material zur Verfügung gestellt wurde, und an Julia vom Kreativlabor Berlin für die liebenswerte Kontaktaufnahme und Beratung!

Macht es hübsch & näht was Schönes! 

Alltagsperlen: September/Oktober

2. November 2015
Nachdem ich im September/Oktober krank, "Matsch" und ansonsten auch ziemlich am Routieren war, gibt es heute gesammelte Alltagsperlen für zwei Monate.
Alltagsperlen im September: Instarückblick @frauvau.blogspot.de
  • Ich habe ein Schneiderherz bekommen. Jawohl.
    Vor allen anderen und ganz frisch aus der Maschine. Einen Beitrag dazu wird's noch geben, denn ich bin gar zu sehr angetan davon.
    Vorab schonmal der kleine Hinweis, dass Ute (übrigens eine der angesprochenen Whats-App-Nothelfer aus dem Podcast) einen Shop - nicht nur mit Genähtem - eröffnet hat. Wer also noch hübsche Nettigkeiten für Weihnachten braucht: [hier entlang, bitte!]
  • Meine "Neue" durfte endlich mal ein bisschen Probefahren.
    So ganz sind wir noch nicht aufeinander eingestellt - die 830 ist schon wesentlich technischer (und damit auch etwas zickiger) als meine Herzmaschine, die alte 180er.
    Es gibt einfach soooooooooo viele Dinge, die man beachten muss... z. B. wird der Unterfaden für's Sticken anders eingefädelt als für's normale Nähen. Aha. Ein Blick in die Anleitung und zahlreiche youtube-Videos müssen noch viele Fragen klären, wir üben also noch ein bisschen miteinander.
    Es gibt aber schon so ein oder zwei Features, die ich schon sehr toll finde: Das automatische Fadenabschneiden, zum Beispiel. Und das stichgenaue Rückwärtsnähen. Ausgeschaltet habe ich hingegen das automatische Vernähen, das fand ich nervig.
  • Mittlerweile gibt es doch glatt einen Podcast mit mir... huiuiui!
    Muriel (Nahtzugabe 5 cm) hat sich ein bisschen mit mir unterhalten, und damit stehe ich jetzt in einer Reihe mit vielen anderen (zugegebenermaßen interessanteren) Nähdamen und -bloggerinnen. So ein bisschen Stolz bin ich da schon. Dochdoch!

    Das Ganze hat wahnsinnig Spaß gemacht, auch, wenn ich zwischendurch wohl ein paarmal den Faden verloren habe. *hüstel* Sowas sollte einem Nähfreak ja eigenlich nicht passieren.
    Muriels Podcasts sind generell sehr hörenswert, und wer sie noch nicht abonniert hat: Huschhusch, holt das mal schleunigst nach!
    Übrigens gibt es bei ihr auch ein "Special" über die von mir leider verpasste AnNäherung Süd - Hach, es wäre sooooo schön gewesen...
frauvau.blogspot.de - Alltagsperlen im September/Oktober - Instarückblick
  • Im Oktober kam lieber Besuch aus dem hohen Norden zu mir - Ute, es war schön, dass Du (bzw. ihr) den Weg gefunden habt und ich freue mich, wenn wir das wiederholen könnten! 
  • Mittelalterfest mit dem kurzen UND dem großen Mitbewohner.
    Schön war's wiedermal, und ich freue mich schon auf den Weihnachtsmarkt in dem alten Gemäuer.
  • Tolle Sache: Ich durfte für das Snaply-Magazin schreiben!
    Kleine Teaser konnte man ja auf Instagram schon erhaschen, das fertige Ergebnis könnt ihr ab 3. November [HIER] sehen - rechtzeitig für die Weihnachtsgeschenke-Produktion.
    Ich würde mich freuen, wenn's euch gefällt!
  • Außerdem habe ich die Wassermelonen-Clutch auf den Weg geschickt.
    Wohin? Das seht ihr hoffentlich im nächsten Frühjahr. (Daumendrücken ausdrücklich gestattet!)
    Bis dahin: Psssssst, denn es ist alles noch nicht sicher, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude, nicht wahr?!
Das war's auch schon...
Die Rückschläge brauche ich nicht aufzuzählen, das frustriert nur. Und so konzentriert mal das Positive zu sehen, lässt die letzten beiden Monate gar nicht so schlimm aussehen, wie sie waren. Potential nach oben ist vorhanden.

Und bei euch so?