Betty Dress von Sew Over It | Nähnerdversion (yay!)

11. August 2016
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Der Schnitt für das Betty Dress von Sew Over It liegt schon seit dem letzten Herbst hier, hat es aber noch nicht ganz nach oben auf den Nähplan geschafft.

Bis jetzt.

Denn als ich den Stoff aus der Sewing Studio Serie von Robert Kaufman sah, wusste ich gleich: Das kann nur ein Betty Dress werden!
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Schockverliebt habe ich also die (durch den Tellerrock nicht unbeträchtliche Menge) Stoff gekauft und losgelegt.
Todesmutig sogar ohne vorheriges Nesselmodell.

Was soll ich sagen?
Ich bin verliebt in meine Nähnerd-Betty!

Kleinere Anpassungen am Oberteil nahm ich während des Nähens vor.
So habe ich die Schulternähte 1 cm angehoben (das ging während des Verstürzens ganz hervorragend) und in der hinteren Mitte oben zur Taille hin auslaufend 3 cm Weite herausgenommen.
Meine Haltung ist also irgendwie schief, denn 3 cm sind eine Menge.
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Jetzt sitzt's aber auch hinten gut.

Den nahtverdeckten Reißer wollte ich eigentlich in die Seitennaht legen, um das hintere Ober- und Rockteil auch im Bruch zuschneiden zu können.
Leider ging das nicht, denn dann hätte ich noch mehr Stoff benötigt und ich habe schon fast jeden Fitzel meiner 3,5 m verbraucht.
Nur gut, dass der Nähnerd-Stoff keine Richtung aufweist... Ja, das Betty Dress ist stoffintensiv.

Und auch hier: Der Drehtest!
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Hier dürft ihr ein "Huiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii" einfügen, denn so ungefähr fühlt sich das an!

So muss das sein!

Zwecks Alltagstauglichkeit habe ich noch seitliche Nahttaschen eingebaut. Nicht, dass hier das Rad neu erfunden wäre, aber ich finde, dass jedes Kleid welche haben sollte.
Der Vollständigkeit seien sie also hier lobend als pratkische Behältnisse für Bonbons, Taschentücher, Eisgeld und Autoschlüssel erwähnt.
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Das Betty Dress ist recht einfach zu nähen: Brust- und Taillenabnäher vorn, zwei schmale Taillenabnäher hinten.
Das Wenden der Träger mit dem Beleg ist in der Anleitung super erklärt. Wer kein(e) Grundlagenwerk(e) zum Thema Nähen hat, findet hier eine wirklich anfängertaugliche Erklärung für das Verstürzen über die Schulternaht.

Besagten Beleg habe ich mir übrigens gespart und stattdessen das Oberteil komplett gedoppelt. 
Dadurch wird das Oberteil insgesamt etwas stabiler und das Rockteil hängt an der Taillennaht nicht nur am Außenstoff, sondern gleichzeitig auch am Futter.
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Alternativ könnte man selbstverständlich ein Taillenband einbauen, aber warum kompliziert, wenn's auch einfach geht?!

Die wohl größte Herausforderung war der Saum.
Jaja. Richtig gelesen.
Einen Tellerrock ordentlich abzulängen und zu säumen ist schon eine Wissenschaft für sich.

Verschiedene Bücher geben unterschiedliche Tipps zum Thema Rocksaum/schräger Fadenlauf.
Ich habe mich am Ende auf eine Burda aus den 50ern verlassen (die mussten's ja wohl wissen?!) und das Kleid an der Taillennaht pitschepatschenass auf die Leine gehängt und mit Klammern beschwert trocknen lassen. Zur Sicherheit habe ich danach trotzdem Püppi nochmal ein paar Tage bemüht.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan, aber beim Ablängen kamen dann doch ganz schön unterschiedliche "Abschnitte" zustande.
Eigentlich ja klar: Vorne hängt das Kleid anders als hinten, die Hüfte muss auch irgendwohin und überhaupt steht ja jede(r) irgendwie ein bisschen schief.

Egal - ich habe den Überstand gleich mit der Ovi abgeschnitten und dann die Overlock-Naht zweimal eingeschlagen als Babysaum festgesteppt.

Leider besitze ich kein Rollsaum-Füßchen. Bisher hielt ich das für ein Manko, aber so geht's tatsächlich auch. Zumindest so lange der Stoff nicht durchsichtig ist.
Habt ihr ein Rollsaum-Füßchen?
Ist das ein Näh-Gadget, das ihr unbedingt braucht und nie mehr hergeben würdet? Ich ringe noch mit mir, denn so oft rollsäume ich ja doch nicht... Oder?
Betty Dress (Sew Over It) in der Nähnerd-Version @frauvau.blogspot.de
Zufriedenheitsgrad: Recht hoch, doch.
Der Saum ist schmal und unauffällig (so etwa 4 mm), beim Nähen hat sich nichts gewellt oder verzogen, und Mehrweite musste ich auch nicht einhalten. Mission accomplished, würde ich sagen.

In Kürze:
Schnitt: Betty Dress von Sew Over It (via Santa Lucia Patterns - Danke Constance!)
Stoff: Robert Kaufman "Sewing Studio", (Emmi Love via DaWanda)
Änderungen: Nahttaschen in der Seitennaht, sonst nur passformbedingte Änderungen.

Mein Fazit: 
Ein toller Schnitt!
Ich muss unbedingt das Betty-Dress-Add-On für die langen Ärmel noch haben und mal testen, ob man den Ausschnitt hinten auch entsprechend hochziehen kann. Dann hätte ich ein prima Basiskleid für das ganze Jahr.


Ein weiteres Betty Dress ist schon geplant, dann allerdings mit Faltenrock. Den traumhaften Stoff habe ich schonmal gewaschen... ;)

Erstmal sollte aber der Sommer zurückkommen, sonst nähe ich nämlich lieber gleich noch eine Esme!

Wenn ihr den Sommer sichten solltet: Schickt ihn mal her. Er wird schmerzlich vermisst!

Herzlichst, eure

Esme Maxi Cardigan von Named Clothing für die Sommerpause

7. August 2016
Nachdem der Sommer hier immer wieder Pause gemacht hat (und immernoch macht), musste ein Jäckchen her.
Mal ehrlich: Morgens bei 12° aus dem Haus gehen macht im Sommerkleid echt keinen Spaß...

Längere Zeit schon liegt hier also schon der "Esme Maxi Cardigan" von Named Clothing herum, lediglich in den Blog hat er es noch nicht geschafft. Irgendwie ist mir gefühlt doch eher nach Sommer, Sommerkleidern, Blusen, Shirts und Strandgut als nach Strickjacken.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Hilft aber nichts - hier also in voller Schönheit mein Esme (nicht-so-Maxi) Cardigan, der mir in diesem Sommer schon gute Dienste leistete:
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Bling!
Ja, der Stoff glitzert.
Im Normalfall nicht ganz so heftig wie auf den Bildern, aber ich musste wegen des freundlichen Schwarz mal wieder etwas aufhellen. Bitte streicht geistig gut die Hälfte vom Glitzer weg, man sieht das eigentlich nicht so massiv.

Man sieht, dass ich den Cardigan massiv gekürzt habe.
Bei einer Körpergröße von 1,60 kann so ein Maxi-Ding leicht den Eindruck eines Bademantels erwecken, und das finde ich ganz schrecklich. Also: Kürzen. In meinem Fall bis knapp unter die Taschenunterkanten. 
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Die Taschen habe ich wegen der Dicke des Strickstoffes mit leichtem Jersey gefüttert.
Gewichtsmäßig vermutlich nicht viel Unterschied, aber ich mag das so viel lieber.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Von innen sieht man das nicht, und auch von außen muss man schon genau hinschauen.

Die Taschenbeutel hängen innen lose, was mich in diesen Falle nicht weiter stört. Bei schwererem Stoff würde ich sie aber vermutlich mit ein paar Handstichen lose fixieren.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
Die obere Kante konne ich dank Ute sogar passend absteppen.
Die Tasche "hält" so ein bisschen besser und die Naht klappt innen nicht unschön nach unten.
Esme Maxi Cardigan von Named Clothing @frauvau.blogspot.de
(Ich bin Batman!)

Der Esme Maxi Midi Cardigan ist ein Schrankfüller.
Es wundert es mich gar nicht, dass z. B. Monika schon mehrere Esmes in verschiedenen Farben besitzt.
Der Schnitt ist schnell und flott zu nähen, hat keine kniffligen Stellen und bietet durch seine Schlichtheit viele Spielmöglichkeiten.
Prädikat: Empfehlenswert! ♥

Auch hier ist schon mindestens eine weitere Version geplant, und zwar aus leichtem Sweat.

Und dann brauche ich wohl un.pe.tinkt noch einen ganz dicken, groben, grauen Strick für eine Winterversion. (Bezugshinweise anyone?)

Erstmal wird aber die Sommerversion an kühlen Tagen weiterhin ausgiebig zum Einsatz kommen. 

In aller Kürze: 
Stoff: Schwarzer Bouclé-Strick mit kupferfarbenem Glitzerblitzer von Jippel Flensburg, unter tatkräftiger Mithilfe von Ute (schneiderherz) bezogen und ausgesucht, da es damals noch keinen Online-Shop gab. (Danke nochmals für die WhatsApp-Beratung und überhaupt!)
Schnitt: Esme Maxi Cardigan von Named Clothing, auf Midi-Länge gekürzt.
Genäht habe ich Größe 36-38. Kleiner hätte es vermutlich auch getan, aber ich fand die überschnittenen Schultern so besser und man kann sich so auch richtig in der Jacke einwickeln. Passt!

Nun hoffe ich natürlich trotzdem, dass der Sommer nochmal so richtig zurückkehrt, denn mein Urlaub steht noch aus, und ich gedenke, meine neuen Sommerkleider Gassi zu führen. Daumen sind gedrückt!
Und ihr? Näht ihr noch Sommerkleidung oder seid ihr schon voll in der Planung und Fertigung für Herbst und Winter?

Herzlichst, eure