FJKA Teil 1: Alles ist (un-)möglich!

27. Februar 2017
Frühling!

Wenn der Frühlingsjäckchen-Knit-Along beim MeMadeMittwoch ausgerufen wird, dann weiß man: Es ist Frühling. Oder zumindest kommt er.
Bald.
Ganz bald.

Im letzten Jahr habe ich mich im Rahmen des FJKA an der Strickjacke "Neon" versucht und bin grandios gescheitert:
Die Jacke wurde zwar fertig, aber nach dem Waschen war das Teil einfach ein Passformdesaster.
Entlang der Ärmelnaht und an den Schultern zog sich das Lochmuster ulkig zusammen, der Kragen war hinten zu hoch und rollte sich, das Lochmuster an sich machte das komplette Jäckchen zum Sack. Ribbeln war angesagt.

Schade, denn die Farbe war eigentlich recht hübsch...
frauvau.blogspot.de - FJKA 2017 - Rückblick auf 2016: Neon
Was soll's - die Sache ist abgehakt, und ich bin guter Dinge, dass der FJKA 2017 vielleicht nicht ganz so desaströs endet wie der in 2016.

Im ersten Teil geht's um Ideen, Inspiration, Überlegungen - was wäre möglich, was ist nötig?

Meine Möglichkeiten beschränke ich freiwillig darauf, bereits vorhandenes zu nutzen und einzusetzen. Sprich: Ich möchte aus meinem (gut sortierten) Wollvorrat arbeiten und bin somit auf Muster in Fingering oder DK Weight beschränkt.

Beides ist in freundlichem Grau, Grün und Türkis in Jackenmenge vorhanden.
Bei einem mehrfarbigen Muster könnte ich auf Einzelstränge in verschiedenen anderen Farben zurückgreifen.(Sogar auf einige Multicolor-Stränge... wer die nur gekauft hat???)

Nötig wäre eventuell eine etwas kürzer geschnittene Jacke, da meine bisherigen Strickjacken immer eher etwas länger sein durften. Zu Jeans finde ich das einfach praktischer, zu Kleidern ist das immer so eine Sache.

Sicher ist, dass mein Frühlingsjäckchen eher schmal geschnitten sein wird.
Mit den "weiten" Jacken, die ich gestrickt habe (Clarity Cardigan und Cria) bin ich zwar sehr zufrieden gewesen und habe sie auch getragen, im Alltag haben sie sich auf lange Sicht aber aus unterschiedlichen Gründen nicht als Dauerbrenner herausgestellt.
Beide liegen seit dem letzten Herbst in meiner "Ribbelkiste" und warten drauf, dass sie in anderer Form ein neues Leben starten dürfen.
Beatrix war auch so ein Fall von "Liebe auf den ersten, Unsicherheit auf den zweiten Blick". Schößchen und ich sind einfach nicht kompatibel. Zum Ribbeln konnte ich mich aber noch nicht Hinreißen lassen, obwohl die Jacke wirklich ein Schrankdasein fristet.

Die schmaleren Jacken hingegegen (Luminen und Braid Hills Cardigan) bekommen ganz viel "wear and tear", und auch Summer Festival wird gerne aus dem Schrank geholt.

Fazit: Gleich das stricken, was auch getragen wird!

Mustermäßig lande ich wieder da, wo ich auch im letzten Jahr schon stand: Frühling schreit nach Ajour und/oder Farbe.
Entweder also ein Loch- oder ein Norwegermuster.
frauvau.blogspot.de - FJKA 2017 - Ravelry Inspiration
Zur Musterfindung ist Ravelry ja ungemein praktisch - erst kann man schön sammeln und dann "aussortieren". Ich liebe dieses "remember-and-compare" Feature!

Seit dem Screenshot bin ich auch schon einen winzigen Tick weiter, und die Auswahl hat sich zwischenzeitlich leicht eingeschränkt (sorry, ihr müsst euch durchklicken, die meisten Bilder sind nicht von mir!):

  • Neuauflage meines Persil-Jäckchens: Mit langen Ärmeln und in grau, außerdem einen winzigen Tick länger und mit ein paar Knöpfen mehr.
    Das stand letztes Jahr schon auf dem Plan, aber es gibt halt so viele schöne Muster - wer hat da schon Zeit für Wiederholungen?!
  • "From Way Back" - ein schlichtes Jäckchen mit Spitzenmuster im Rücken.
    Ich befürchte aber, dass ich niemals auf die angegebene Maschenprobe komme, und gerade mit dem Spitzenmuster wird das Umrechnen ziemlich pestig.
    Zudem tendiere ich einfach eher zu Fingering als zu DK, muss ich zugeben. Bei DK denke ich schon wieder an Herbst und kühle Tage als an Frühling. 
  • "Miss Lemon" - als bekennender Poirot-Fan wirkt ja allein der Name schon fast wie ein Strickzwang.
    Die Abnäher im Rücken würde ich vermutlich nicht ganz so stark betonen und eher auf die Seite nehmen, aber das Jäckchen an sich finde ich sehr schön. 
  • "Silver" - ganz, ganz, ganz schlicht. Und gerade deshalb so der Hammer. Ehrlich, ich bin verliebt!
    Aber deswegen gleich das komplette Buch bestellen (aus dem mir die anderen Sachen leider gar nicht gefallen)? Hm. Ich bin hin- und hergerissen.
  • "Damejakka Loppa" - Ein hübsches Norwegermuster. Von der Designerin habe ich ja schon die Schäfchenjacke für den Kurzen gestrickt und bin sogar mit der norwegischen Anleitung klargekommen.
    Diese Damenjacke gibt's auch auf Englisch und sogar Deutsch übersetzt, so dass ich mir da Hoffnungen machen würde, dass das klappt. 

Alle Muster der engeren Auswahl sind relativ schmal, kurz, und somit auch zu Kleidern gut tragbar.
Alle finde ich schön, aber gleichzeitig springt mich noch keines so sehr an, als dass ich unbedingt genau DAS jetzt sofort anschlagen möchte.
Geht's euch auch so?
Zuviel Augenfutter übersättigt und überfordert mich einfach manchmal.

Vielleicht schaue ich doch erst nochmal bei den anderen Knit-Along-Damen rein und hole mir ganz andere Ideen?!
Wer das auch tun möchte: Zur bis Samstag geöffneten Linkliste geht es hier entlang, bitte!
Und vielleicht (nur ganz vielleicht!) habe ich ja bis zum nächsten Mal sogar einen Plan.
Wer weiß.

Strickt was Hübsches und kommt gut durch die Woche!

Herzlichst, eure

Lalala Lola - Ein Bleistiftrockabenteuer aus der Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch

1. Februar 2017
Ein Bleistiftrock war ja schon lange mein Traum.
Im Sommer 2015 träumte ich von einem Pencil Skirt und auch beim WKSA 2016 war die Form in der engeren Auswahl. Gescheitert ist es dann immer irgendwie an "ach nee, das sieht dann arg nach Sekretärinnen-Presswurst aus".

Pffffft.
Ganz ehrlich? Scheiß drauf Mir doch egal!
Lola Bleistiftrock Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch @frauvau.blogspot.de

Neulich hat es mich geritten und ich dachte mir: Wenn ich einen Bleistiftrock will, dann kriege ich auch einen, basta.

Also habe ich schnell (na... "schnell" ist jetzt relativ...) mein Burda-Archiv mal durchforstet, verschiedene Röcke verworfen und dann doch einen gefunden, der mir für ein "Erstlingswerk" schlicht und einfach genug erschien: LOLA aus der Burda Vintage I.
Sozusagen die untere Hälfte von Lola, denn die Kostümjacke brauche ich ja nicht. Die ist zwar ganz reizend, würde aber wohl nie getragen werden.
Lola Bleistiftrock Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch @frauvau.blogspot.de
Klarer Vorteil des Schnittes ist, dass keine schrägen oder quer laufenden Teilungsnähte vorhanden sind. Das macht meiner Meinung nach die Schnittanpassung erstmal wesentlich einfacher.
Zudem erleichtern viele Abnäher die Anpassung während des Nähens: Abnäher sind schneller vergrößert/verkleinert/verlängert/verkürzt als ein kompletter Schnitt neu angepasst werden kann.

Änderungen hat der Schnitt für das "Erstlingswerk" jede Menge durchlaufen:
Standard-Kürzung oberhalb der Hüftlinie.
Anpassung für's Hohlkreuz (1,5 cm) und für das Bäuchlein (0,5 cm). Weitere Anpassung etwas unterhalb der Hüftlinie für starke Oberschenkel (0,7 cm).
Voila: Keine Faltenbildung! Nichts zuppelt, nichts schlägt Wellen, nichts zwickt oder ist zu eng. Auch der seltsame Effekt, dass der Rock beim Laufen hochrutscht: Nicht vorhanden!
Schnittanpassungen haben halt doch ihren Sinn.
Andererseits hätte ich den Rock im Nachhinein doch 2 cm enger nähen können, denn so wirklich nach Bleistift sieht es nicht aus (wer jetzt was von Figurproblemen nuschelt, kriegt eins auf die Mütze!). Nichts ist perfekt.

Am Ende habe ich dann am Saum unten nochmal volle 5 cm Länge weggenommen... die Burda-Models sind halt doch deutlich größer als ich.
Lola Bleistiftrock Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch @frauvau.blogspot.de
Den Schlitz habe ich - im Gegensatz zum Original - als Kellerfalte gelegt.
Irgendwie wollte es mir nicht in den Kopf, dass volle 8 cm Schlitzunter- und Übertritt einfach nur in eine Richtung (nach links) gelegt werden sollten.
Mein Bleistiftrock hat jetzt also einen Gehschlitz mit Kellerfalte, und das finde ich gut so!
Lola Bleistiftrock Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch @frauvau.blogspot.de
erschröckerlich GRÜNES Futter...!
Während ich das Futter brav eingenäht habe, kam mir dann der erschreckende Gedanke, dass ich den Rock ja vermutlich eher im Frühjahr/Sommer tragen werde als im Winter: Futter. Iiiiih! Das klebt ja dann....
Also habe ich das Futter radikal gekürzt und einen Rollsaum angetackert.
Jetzt ist es zwar nicht mehr "wie es sich gehört", aber dafür so, "wie ich es will".

Ich habe sogar darüber nachgedacht, das Futter komplett wieder herauszutrennen und dafür nur einen Bundbeleg innen einzunähen. Der schwarze Stoff ist auf der Innenseite glatt und flutschig, eigentlich bräuchte man gar kein Futter.
Aber ich werde mal sehen, wie sich der Rock trägt. Rausnehmen kann ich's dann immernoch.

Der Bleistiftrock schließt mit einem nahtverdeckten Reißer. Knopf oder Haken ist nicht vorgesehen und auch nicht nötig - es ist genug Luft, dass der Reißverschluss nicht unter Stress steht ;)

Der Saum ist von Hand mit Blindstich genäht und ich bin hochzufrieden damit. Lediglich an der Kellerfalte musste ich nochmal mit der Maschine ran und die Bügelfalten absteppen. Die wollten nicht dauerhaft halten - ich tippe auf einen relativ hohen Polyesteranteil im Stoff.
Lola Bleistiftrock Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch @frauvau.blogspot.de
Kellerfalte, Saum und Vergleich Seitennaht / versetzte Abnäher im Detail
Was ich nicht so schön zu nähen fand, war die Taillennaht.
Da, wo (verstärktes) Futter und (verstärkter) Oberstoff aufeinandertreffen UND dann auch noch Abnäher liegen, wird das bei entsprechend starkem Oberstoff "mit Stand" doch relativ dick. Bügeln und Pressen war also ein MUSS - ich war noch nie so dankbar für meinen Clapper!
Weil ich das Problem schon vorhergesehen habe, habe ich kurzerhand die Abnäher im Futter etwas verlegt, so dass nicht alles komplett aufeinander liegt, sondern eher ein Übergang entsteht. War nicht meine schlechteste Idee, es hat jedenfalls funktioniert.
Lola Bleistiftrock Burda Vintage I zum MeMadeMittwoch @frauvau.blogspot.de
Fazit:
So superprimatoll wie vorgestellt sieht's nicht aus, aber ich bin zufrieden und werde den Rock auch tragen.
Mit der Länge, die ich beim Dirndl-Dilemma, beim Betty Dress oder beim Flamingorock sehr gut finde, hardere ich beim Bleistiftrock noch.
Woran das wohl liegen mag? Zu truschig? Zu schmal? Zu breite Hüften?

Es ist sicher, dass ich noch ein oder zwei Bleistiftröcke brauche. Nicht undbedingt Lola und ganz sicher nicht in der Länge, aber die Form finde ich gar nicht SO schlecht. Vielleicht eine kürzere Version, die eher an mein "olles Schwarzes" erinnert?
Oder eine (dann wieder in der Länge) aus Romanit oder Jacquard-Jersey, um das ganze etwas vom Sekretärinnenthron zu holen?
Was meint ihr?

In Kürze:
  • Schnitt: Bleistiftrock vom Kostüm Lola aus der Burda Vintage I, genäht in Größe 38. 
  • Änderungen: Längenanpassung, Hohlkreuz-, Bauch- und Oberschenkelanpassung.
    Einseitige Falte zur Kellerfalte geändert, Futter deutlich gekürzt.
  • Stoff: Kostüm- oder Hosenstoff aus einem Dachbodenerbe.
    Futter aus dem Stash, beim Weihnachtskleid 2015 schon verwendet und vorgestellt. Den werdet ihr noch öfter sehen, ich hab' noch mehr davon! 
Und jetzt?
Ab mit euch zur MeMadeMittwoch-Linkliste, wo heute wieder ein bunter Reigen selbstgemachter Kleidung an "echten Leuten" zu sehen ist. Mit allen guten und schlechten Erfahrungen, die so zum Selbermachen dazugehören.

Habt eine schöne Woche!
Herzlichst, eure